Medica 2010
MEDICA und COMPAMED 2010: kräftiger Rückenwind für Geschäfte - Schlussbericht
Bei einem Messerundgang am 17.11. überzeugten sich auch
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Philipp
Rösler von der Leistungsfähigkeit der Medizintechnik-Industrie. "Die
MEDICA ist ein eindrucksvolles Schaufenster der Gesundheitswirtschaft.
An Autos, an Maschinenbau, an Chemie denkt jeder, aber dass wir aber
auch einen so führenden Platz in der Gesundheitswirtschaft haben, ist
noch nicht überall bekannt. Vor dem Hintergrund ihrer wirtschaftlichen
Bedeutung und der demografischen Entwicklung ist es wichtig, dass diese
Branche in den Mittelpunkt gestellt wird", erklärte Bundeskanzlerin
Merkel in ihrer Rede.
Neben dem hochrangigen Besuch aus Reihen
der Politik bestätigen auch die Zahlen den weltweit hervorgehobenen
Stellenwert der MEDICA und der COMPAMED als führende Branchenmessen. Von
den 137.200 Besuchern - das entspricht dem sehr guten Vorjahresniveau -
sind 72 Prozent ausschlaggebend oder maßgeblich an
Einkaufsentscheidungen beteiligt, weitere knapp 10 Prozent mit
beratender Entscheidungskompetenz. Für Joachim Schäfer, Geschäftsführer
der Messe Düsseldorf, sind diese Top-Werte eine logische Folge der
Marktentwicklung: „Die Zahl der Träger von Kliniken geht zurück. In der
Folge dieser Nachfragekonzentration dominieren den Markt immer größere
Anbieter mit zentral organisiertem Einkauf. Wer also nach Düsseldorf
reist, ist ein Entscheidungsträger von besonderer Qualität“. Rund die
Hälfte der Besucher waren internationale Besucher, sie kamen aus
insgesamt mehr als 100 Nationen.
Geboten wurde den
Medizinexperten aus aller Welt von der Rekordbeteiligung der über 4.400
MEDICA-Aussteller aus 64 Nationen eine Fülle an Neuheiten für eine
präzise Diagnose und effektive Therapie in der ambulanten und
stationären Versorgung.
Als ein wesentlicher Erfolgsfaktor
der MEDICA erwies sich einmal mehr, dass die Veranstaltung dem
zunehmendem Verlangen der medizinischen Akteure nach interdisziplinärer
Zusammenarbeit mit ihrem umfangreichen Themenangebot mittels Fachmesse
mit Themenparks und Foren (z. B. MEDICA MEDIA, MEDICA PHYSIO) sowie
Kongress gerecht wird. „Exemplarisch dafür sind die gut besuchten
interdisziplinären Kongress-Seminare, etwa zur Versorgung von Patienten
mit mehreren parallelen Erkrankungen oder mit komplexen
Krankheitsbildern wie Krebs, Rheuma oder Allergien“, erklärt Dr. Julia
Rautenstrauch, Generalsekretärin der MEDICA – Deutsche Gesellschaft für
Interdisziplinäre Medizin e. V. (Organisation MEDICA Kongress). Weitere
besonders stark nachgefragte Kongress-Angebote waren u. a. auch die „Pro
& Contra“-Seminare wie „Stent vs. Bypass“ oder „Magenoperationen
bei Adipösen“, die verschiedene Therapieansätze zur fachlichen
Diskussion stellten.
Effizienz durch Innovationen
In
Bezug auf die von Ausstellern präsentierten Neuheiten war eindeutig
„Prozessoptimierung“ das am häufigsten in den Messehallen zu hörende
Stichwort. Zahlreiche Anbieter widmeten sich etwa mit ihren Innovationen
einer gesteigerten Effizienz und Flexibilität im OP-Saal. In so
genannten „Hybrid“-OP-Sälen können Chirurgen gleichzeitig operieren und
bildgebende Verfahren nutzen. Hier werden demnach diagnostische und
chirurgische Möglichkeiten miteinander kombiniert, die im Normalfall
räumlich voneinander getrennt sind. Im Gegensatz zum herkömmlichen OP
verfügt der Hybrid-OP gleichzeitig über bildgebende Großgeräte, in den
häufigsten Fällen für die Angiografie, aber auch für die
Computertomografie (CT) oder die Magnetresonanztomografie. Im
Zusammenspiel von Kardiologen und Herzchirurgen kann man auch von einem
OP-Saal mit integriertem Herzkatheterlabor sprechen.
Gleichzeitig
halten zur Effizienzsteigerung immer mehr computerbasierte
Assistenzsysteme Einzug in die OP-Säle. Die Bandbreite reicht von
Applikationen für die Planung und Simulation von Eingriffen, für die
Navigation während der OP bis hin zur Visualisierung von
Narkoseprozessen. Erstmals vorgestellt wurde bei der MEDICA 2010 zum
Beispiel eine Soft- und Hardware-Anwendung zur zweidimensionalen
Darstellung von Narkose-Verläufen. Sie ermöglicht dem Anästhesisten, den
prognostizierten Narkose-Verlauf bei einem Patienten mit dem
intraoperativ aktuellen Narkoselevel abzugleichen und den Effekt von der
weiteren Verabreichung der Anästhesiemittel darzustellen.
Wechselwirkungen von Wirkstoffgruppen und die daraus resultierende
Narkosetiefe lassen sich so gut simulieren, Fehlerraten dadurch
reduzieren.
Verschiedene Optionen der computergestützten
Chirurgie waren in passender Ergänzung zum Fachmesse-Angebot auch Thema
der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Computer- und
Roboter-assistierte Chirurgie e. V. (CURAC). Die CURAC-Tagung fand
erstmals im Rahmen des MEDICA Kongresses statt.
Vieles ist möglich und auch praktikabel umsetzbar
Eine
weitere Premiere erlebten die MEDICA-Besucher in Halle 11. Im Rahmen
des MEDICA TECH FORUMS wurde ein deutsch- und englischsprachiges
Seminarprogramm geboten. Hochkarätige Experten thematisierten
medizinische Hintergründe zu wichtigen medizintechnischen Innovationen
und Entwicklungen, z. B. Trends in der Endoskopie oder auch Fortschritte
in der Behandlung von Herzerkrankungen durch Einsatz minimalinvasiver
Katheterverfahren. Eines der zentralen Anliegen dieses in Zusammenarbeit
mit den Industrieverbänden SPECTARIS und ZVEI sowie der MEDICA –
Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin entwickelten Forums
ist die Demonstration, wie komplexe Veränderungsprozesse gemeistert
werden können durch schnelle praktische Anwendung moderner Verfahren.
Für
mehr Effizienz im Versorgungsprozess stehen traditionell auch Neuheiten
auf dem Gebiet der medizinischen IT und Telematik. Besonders
nachgefragt bei der MEDICA 2010 waren Lösungen für einen reibungslosen
Kommunikations- und Informationsfluss zwischen dem ambulanten und
stationären Bereich. Hier knüpfte das MEDICA MEDIA FORUM (Themenpark für
Telemedizin und medizinische IT) an und bot neben seinem umfangreichen
Vortrags- und Diskussionsprogramm einen speziellen Wegweiser und
Führungen zu den allein 60 Ausstellern mit Angeboten zu elektronischen
Patienten-, Gesundheits- und Fallakten.
Weiter auf dem Vormarsch
sind „mobile Health“-Anwendungen. Bei der MEDICA 2010 wurde eine
Vielzahl von kompakten und leicht bedienbaren Geräten zur Erfassung und
Fernübertragung verschiedenster Vitalparameter vorgestellt. Auch haben
etliche Anbieter das Potenzial von „Apps“ erkannt. Ob Auswertung von
Blutdruckdaten, Arztbrief-Diktat oder webbasierter Abruf von
Patientendaten – die Liste der medizinischen Programme für „iPhone &
Co.“ wird immer länger.
Ganz im Zeichen der
Umstrukturierungsprozesse im deutschen Klinikwesen stand der 33.
Deutsche Krankenhaustag unter dem Leitthema „Sicherstellung der
Versorgung – Beitrag der Krankenhäuser“. Die zahlreichen Vorträge, Foren
und Praxisseminare zu den strukturellen und finanziellen
Herausforderungen für die Krankenhausversorgung vor dem Hintergrund der
aktuellen Diskussion um die Reform der GKV-Finanzierung erfreuten sich
eines regen Publikumsinteresses. 2.400 Teilnehmer sorgten für einen
neuen Besucherrekord beim Krankenhaustag.
Auch COMPAMED mit neuem Aussteller-Rekord
In
Verbindung mit der MEDICA fand die COMPAMED statt, internationale
Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizinischen Fertigung. 575
Aussteller aus 37 Nationen bedeuteten einen neuen Top-Wert in der
Veranstaltungshistorie. Sie präsentierten den mehr als 16.000 Besuchern
ein breites Spektrum an Technologie- und Service-Lösungen für den
Einsatz in der medizintechnischen Industrie – von neuen Materialien,
Komponenten, Vorprodukten, Verpackungen und Dienstleistungen bis hin zu
komplexer Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie. Besonders im Trend
liegen „Electronic Manufacturing Services“ (EMS), also die komplette
Auftragsfertigung von Bauteilen und Geräten inklusive komplexer
Prüfleistungen zur Qualitätssicherung. Auf Grund der gestiegenen
Bedeutung war diesem Thema bei der COMPAMED 2010 wieder ein eigener
Bereich gewidmet und zwar im Ausstellungsbereich des Produktmarktes des
IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik.
Termin der nächsten MEDICA in Düsseldorf: 16. - 19.11.2011
Termin der nächsten COMPAMED in Düsseldorf: 16. – 18.11.2011
Quelle: http://www.medica.de/

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